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Interessante Einzelheiten

Aquarell-Malerei auf Seide

 

Jeder Künstler ist stets neugierig, er versucht oft einen anderen neuen Untergrund, auf dem man Experimente machen und Neues ausprobieren kann, um sich selbst in seiner lang erworbenen Technik zu testen, aber auch, um zu erproben, wie Farben auf nicht gewöhnlichen Untergründen reagieren. 

 

Jahrelang war man es gewöhnt, mit steigenden Ansprüchen an die eigene Kunst nicht nur Aquarell-Papier zu nutzen, sondern man stieg dann auf Bütten-Papier oder -Karton um, damit das Aussehen eines Bildes im eigenen Malstil ein anderes Aussehen erhielt als vorher üblich. 

 

Durchaus zufrieden mit den Bildern, die man kreierte, wechselte man doch oft zwischendurch der Untergrund, um nicht in einen Gewohnheitstrott zu verfallen, bei dem anschließend alle Bilder irgendwie gleich aussehen. Sicher sollte der eigene Stil beibehalten bleiben, aber der Gedanke an einen Aufwach-Effekt lag nahe. Etwas ganz Ungewöhnliches und Neues sollte ausprobiert werden. 

 

Durch einen Zufall fiel die Wahl der Künstlerin Ulla M. Neuhaus auf Seide, die in guter Auswahl unterschiedlicher Arten im Künstlerbedarfs-Versand zu erstehen gibt. Man hat die Wahl zwischen zwei unterschiedlichen Pongé-Seiden, einmal die Pongé 05-Seide, dann die Pongé 08, es gibt die etwas robustere Bourette 34 -Seide,  Crepe de Chine 14, Crepe Satin 16,5, Twill 10, Chiffon 3,5 und Twill-Bourette 58. Unter all diesen Arten, speziell für Künstler auf Rollen gemacht, ist die Crepe Satin 16,5 -Seide die teuerste all dieser hier genannten Sorten.  

 

Die Wahl fiel auf Ponge 05 -Seide, da diese finanziell zu verkraften ist, außerdem handelt es sich um eine ganz leichte und feine Seide, die sogenannte Fliegerseide. Diese hat ein Gewicht von 22 g/m², hat eine Breite von 1,40 m und eine Länge auf einer Rolle von 10 m. Nachdem unterschiedliche Leinwände in unterschiedlichen Größen bearbeitet werden sollten, wurden die benötigten Einzelstücke selbst zugeschnitten. 

 

Eine zweite Sorte wurde ausgesucht, um unterschiedliche Strukturen in den Bildern zu haben, hierbei fiel die Wahl auf die Bourette 34 - Seide, die mit einem Gewicht von ca. 157 g/m² sehr viel schwerer ist, nicht durchsichtig, nicht glatt, sondern mit Knötchen und in etwas robusterer Art. Preislich gesehen ist diese Seidenart um das Doppelte teurer als die zuvor gewählte. Diese Bourette 34 - Seide hat ebenfalls eine Breite von 1,40 m und ist auch in einer Länge von 10 m auf einer Rolle aufgerollt, so dass die zu bearbeitenden Stücke für eine Leinwand selbst zugeschnitten werden können. 

 

Der erste Versuch, die Seide, aufgespannt auf einem Rahmen mit entsprechenden Zwecken, mit Aquarellfarben wie üblich auf Papier zu bemalen, funktionierte nicht, denn die Hand, die den Pinsel beim Malen führt, drückte die Seide nach unten und Farbe sowie Pinsel rutschten, genaues Arbeiten war so nicht möglich. Außerdem darf Ponge 05-Seide nicht zu stark gespannt werden, da sie sonst reißen kann.

 

Tja, was nun mit der Idee, mit Aquarellfarben auf Seide zu malen? Ein fester Untergrund musste her. So entstand die Idee, ein Stück Seide aus dem Ballen entsprechend der Größe einer vorhandenen Leinwand auszuschneiden und anschließend mit entsprechendem spezialen Klebstoff auf der Leinwand zu fixieren. 

 

Nach ziemlich kurzer Trocknungszeit von etwa 45 Minuten (die Trocknungszeit richtet sich nach der Stärke des Klebstoff-Auftrags) konnte nun endlich begonnen werden. 

 

Zuerst wurde der Hintergrund erstellt. Bewaffnet mit Aquarellfarben und Lappen wurde der Hintergrund mit Aquarellfarben auf dem Seidengrund aufgetragen und mit dem Lappen verwischt, so dass wie von selbst ein sehr interessanter und lebhafter Hintergrund entstand. 

 

Ist dieser dann getrocknet, kann weiter gearbeitet werden. Durch eine sehr ungewöhnliche Eigenschaft der Seide, der Farbe freien Lauf zu geben, sie sozusagen "krabbeln" zu lassen, entstehen äußerst lebhafte und attraktive Effekte, die noch ausgearbeitet werden können, wenn man mag.

Hat man sich entschlossen, seine vorgedachte Idee in einem Bild umzusetzen, verfährt man ebenso mit den Aquarellfarben, wie man es auf Papier gewöhnt ist. Auch die Ausarbeitung eines Motives ist ähnlich, man muss nur auch darauf gefasst sein, dass die Farbe sich weiter bewegen kann und muss dieses mit berücksichtigen. 

 

Ist nach mehreren Schichten übereinander in Lasur- oder auch Mischtechnik in den Augen des Künstlers die Arbeit abgeschlossen, muss auf jeden Fall abschließend fixiert werden, da Aquarellfarben nicht wasserfest sind. Das Kunstwerk soll ja erhalten bleiben, also nimmt man eine Aquarell-Fixierung und trägt diese auf. Nach Trocknung ist das Kunstwerk komplett fertig. 

 

Es kann nun gerahmt werden oder auch nicht, ganz nach Geschmack des Künstlers, des Galeristen oder des Käufers.

 

Seide, die aufgezogen wurde auf einer Leinwand, ist ein abgeschlossenes Bild, das aufgehängt werden kann wie sonst auch üblich. Die Anbringung der Aufhängung erfolgt rückwärtig an der Leinwand. 

 

Eine sicher sehr ungewöhnliche, attraktive und interessante Art, einem Bild einen besonderen Touch zu geben, dem Künstler sowie dem Kunstwerk zu etwas Besonderem zu verhelfen. 

 

Der Käufer eines solchen abstrakten wunderschönen Seiden-Bildes kann sich glücklich schätzen,  - er hat etwas sehr Außergewöhnliches erstanden, das nur selten zu haben ist. 

 

 

Weitere ganz außergewöhnliche Kunstwerke der Künstlerin sind hier zu sehen. Es sind wirklich schöne Bilder, bei denen es sich lohnt, sich etwas Zeit zu lassen, um sie zu betrachten, denn es gibt viel zu entdecken.

 

 

 

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© 2017 Ulla M. Neuhaus

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