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In der Aquarell-Malerei?

Aquarell-Malerei auf Folie

 

Im Künstlerbedarfshandel ist ein Material für die Malerei erhältlich, das in seiner Art und Struktur völlig neu und einzigartig ist. Es sieht aus wie glänzendes Papier, ist verhältnismäßig dünn, trotzdem aber sehr reißfest und stabil. Aus ihm können hervorragende Bilder mit überraschenden Effekten entstehen.

 

Dieses spezielle Papier kann bemalt werden mit Aquarell- und Acrylfarben, Ölfarben, Gouache, mit Tinte und Pastellen, Filzschreibern und Blei- und Farbstiften, es ist also für viele Techniken verwendbar.

 

An sich ist es als Material sehr beweglich, trotzdem reißfest, und kann, hat man einen Bogen erstanden, auf die speziell gewünschte Größe zugeschnitten werden. Es kann sehr gut und leicht bemalt werden, sollte aber, bevor man mit der Malerei beginnt, den zugeschnittenen Bogen auf einen festen Untergrund wie z. B. Malplatte aufgeklebt werden, wenn man sein Kunstwerk später rahmen möchte. 

 

Das Material selbst ist sehr ungewöhnlich, es sollte von Künstlern ausprobiert werden, die in den einzelnen Techniken, - Aquarell, Acryl, Ölfarben etc. – technisch sicher sind, sonst entsteht gleich zu Beginn Frust. Dieses Papier mit dem Aussehen einer Folie erzeugt Experimentierfreude und ist sehr geeignet für neugierige Künstler mit Lust auf Experimente. 

 

Bevor man nun mit der Malerei beginnt, sollte nach Möglichkeit dieses Blatt nicht fest mit den Fingern berührt werden, da sich hier sonst ein unsichtbarer leichter Fettfilm bildet und da durch z. B. Aquarellfarbe nicht angenommen wird.

 

Bei erstmaligem Gebrauch dieser Folie sollte sie ganz leicht mit einem feuchten Lappen, der mit ein wenig Spülmittel vermischt wurde, gereinigt werden, um Fettspuren auszuschließen. Der Folie schadet das nicht, sie ist äußerst widerstandsfähig und kann ruhig abgewischt werden.

 

Dieses Papier ist wasserfest und feuchtigkeitsbeständig, es verformt und wellt sich nicht, wenn Wasser darauf gegeben wird, es bleibt auch immer glatt.  Auch saugt es nicht, daher muss ein Künstler diesen Umstand berücksichtigen, wenn er mit diesem Material arbeiten möchte.

 

Völlig neue Welten in der Malerei öffnen sich, arbeitet man mit dieser Folie. Ein wenig Zeit benötigt man, um dieses Material kennen zu lernen und um sich einzuarbeiten, aber diese Farbeffekte, die das neue Material bringt, entschädigt für die ersten ungewohnten und vielleicht auch enttäuschenden Schritte.

 

Möchte man nun als Künstler dieses Material ausprobieren, gibt man zuerst etwas Wasser auf die Folie. Arbeitet man mit Aquarellfarben, gibt man ein wenig Spülmittel in den Wassertopf, um die Farbhaftung zu verstärken. Nun wird der Pinsel ins Wasserglas gegeben und gut genässt, Farbe wird aufgenommen und in das Wasser auf die Folie gegeben. Sofort fängt die Farbe an, selbständig zu arbeiten, sich zu verändern und zu „krabbeln“, tolle Farbeffekte entstehen.

 

Der erste Farbauftrag sollte nicht zu stark sein, da sich die Farben selbstständig untereinander leicht vermischen, es soll ja als Erstauftrag keine undefinierbare schmutzige Farbe entstehen. Durch das Hochheben der Folie kann in diesem Zustand die Farbe insofern gesteuert werden, als sie sich dann gezielter vermischt. Nimmt man zusätzlich einen Fön, kann man auch mit diesem Luftstoß die Farben etwas steuern und sie in eine gezielte Richtung bringen. Der Fön kann gleichzeitig, wenn man schnell ein trockenes Bild benötigt, den Trocknungszustand des Bildes verkürzen.

 

So lange die Farbe noch feucht ist, kann man nun mit einem Stück Stoff leicht in die Farbe tupfen, um ungewöhnliche Effekte herauszuholen. Auch kann man mit zerknüllter Plastikfolie reizvolle und weitere andere Effekte erzielen, in dem man sie in die noch feuchte Farbe drückt, abstrakte Muster entstehen.  Man muss einfach experimentieren, um für sich selbst einen überzeugenden Untergrund heraus zu arbeiten.

 

Streut man etwas Salz in die noch feuchte Farbe gleich zu Beginn, ergeben sich eigenartige Flecken und veränderte Farbnuancen.

 

Um perfekte Verläufe zu erhalten, kann man die Farbe auch mit einer Walze darauf verteilen. Nimmt man eine normale Rolle, die man z. B. für die Streichung einer Wand benutzt, ergeben diese flauschigen Bezüge darauf wieder andere Muster.  

 

Ist die Farbe, die man als Erstauftrag aufgegeben hat, noch gut nass, nimmt man den Pinsel, taucht ihn in das Wassergefäß und sprüht mit einem Pinselschwung Tropfen auf die Farben, - es entstehen wieder andere neue Bewegungen auf dem Blatt und reizvolle andere Sichtweisen. Diese Tropfen können auch mit Farbe gestaltet werden, wieder reagieren Wasser und Farbe auf dem Blatt anders und neu. Es ist faszinierend zu sehen, wie die Farben eigenständig arbeiten.

 

Möchte man den Hintergrund mit einem Pinsel anlegen, so werden die Borsten durch Streifen auf dem Blatt sichtbar, das ergibt eine ungewöhnliche Streifung, die man weiter ausarbeiten kann.

 

Normalerweise dauert die Trocknung bei starkem Wasser- und Farbauftrag eine Nacht hindurch, dann kann man am nächsten Tag das Bild weiter bearbeiten. Möchte man es gern am nächsten Tag noch feucht oder nass haben, gibt man vorsichtig Frischhaltefolie darüber, damit der Trocknungsprozess verzögert wird.

 

Ist der Hintergrund bzw. der Grundauftrag getrocknet, kann nun weiter gearbeitet werden. Dabei können durch die jetzt feste Farbe mit dem Pinselstiel Kratzer eingefügt werden. Der Folie schadet es nicht, das Vorgehen hinterlässt keine Spuren, es ergibt sich lediglich eine gewollte Struktur im Bild.

 

Bei weiter gewolltem Farbauftrag in größerer Menge muss nun das Bild erst fixiert werden, denn sonst wird die Farbe wieder gelöst, die Folie ist nicht saugend. Ist die Fixierung getrocknet, steht einer weiteren Schicht an Farbe nichts im Wege.

 

Sollte nun der Hintergrund bei erstem Farbauftrag so gar nicht gelungen sein, kann er, obwohl er trocken ist und noch nicht fixiert, wieder abgewaschen werden. Die Farbe löst sich dabei zwar nicht ganz vollständig und hinterlässt auf dem Papier zarte Spuren, aber auch die können weiter bearbeitet werden. Der nächste Farbauftrag darüber lässt die zarten Spuren völlig verschwinden.

 

Die Auswasch-Technik, sehr bekannt in der Aquarellmalerei, kann auf dieser Folie hervorragend durchgeführt werden, es geht extrem leicht und die abgetragene Farbe hinterlässt eine strahlend weiße Spur. Man kann damit Äste, feine Sträucher, Strukturen zur Betonung eines Bildes ausarbeiten. Bei abstrakten Aquarellen ergeben diese Auswaschspuren einen besonderen Blickpunkt zur Hervorhebung einzelner Farbstrukturen innerhalb des Bildes.

 

Möchte man nun seinem Bild den entsprechenden eigenen Stil geben, möchte auch gern bestimmte Punkte hervorheben, kann nach Fixierung des Erstauftrages mit einem feineren Pinsel und erneutem Farbauftrag weiter gearbeitet werden. Gerade Aquarellfarben reagieren etwas anders als auf einem Papieruntergrund, man muss sich an die Reaktion der Farben auf dieser Folie erst gewöhnen, aber die hohe Leuchtkraft der Farben ist umwerfend, so etwas ist mit normalem Papier nicht möglich.

 

Ist das Bild nun fertiggestellt, muss auf jeden Fall fixiert werden, sonst reicht schon ein kleiner feiner Wassertropfen, um die Farbe anzulösen.

 

Hat man seine passend zugeschnittene Folie zu Beginn auf einer Malplatte aufgeklebt, kann jetzt sofort nach Bemalung, Trocknung und Fixierung das Bild gerahmt und aufgehängt werden.


Zur Verdeutlichung der einzelnen Arbeitsschritte mit Aquarellfarben auf dieser Folie hat die Künstlerin diese Vorgänge per Foto festgehalten und zeigt sie hier mit den beigefügten Bildern.

 

Dabei wurde ein Bogen der Größe 50 x 70 cm verwendet, dieser wurde dann durch vier geteilt, so dass ein Bild eine Größe von 25 x 35 cm hat. Anschließend wurden diese Bilder zuerst mit Planatol Kleber auf einer Hartfaserplatte der Größe 30 x 40 cm aufgebracht.

 

Die weiteren Schritte waren

 

1. Wasser aufbringen,  Farbe darauf mit einem feuchten Pinsel darauf tupfen, Farbe laufen lassen.

 

2. Bei Nichtgefallen den Bogen an einer Ecke hochheben und die Farbe gezielt fließen lassen. Auch einen Fön kann man hierzu benutzen, auch um die Trocknungszeit zu verkürzen.

 

3. Trocknen lassen, dann fixieren, damit sich die Farbe nicht mehr löst.

 

An diesen vier Beispielen ist zu sehen, dass viel Wasser aufgetragen wurde und die Farbe zum erstmaligen Verlaufen hinzu gegeben wurde. Die Aquarellfarbe krabbelte ungesteuert im Wasser weiter. 

Hier sind nun alle vier Bilder bearbeitet worden, in dem eine Seite des Blattes angehoben wurde, um die Farbe mit und im Wasser weiter zu verteilen. Wasser und Farbe rutschten auf dem Papier auf die tiefste Seite so lange, bis das Blatt wieder gerade lag. 

 

Anschließend wurde wieder fixiert.

Nun, nach Trocknung des Ganzen weiter Farbe auftragen, mit Stil oder nach Empfinden des Künstlers Farben und Motive ausarbeiten.

 

Man kann Farbe pastös auftragen, wäscht dann mit einem etwas nasseren Pinsel Strukturen aus, geht mit einem trockeneren Pinsel hinterher, um die ausgewaschene Fläche weiter zu betonen. Auch können jetzt mit dem Pinsel-Ende Strukturen oder auch nur Striche durch die Farbe gekratzt werden, dem Künstler sind hier keine Grenzen gesetzt, das Material macht alles mit.

 

Anschließend sollte wieder fixiert werden.

 

Nach leichter Bearbeitung und anschließender Fixierung sahen die Aquarelle nun so aus wie hier oben gezeigt. Man könnte meinen, es habe sich nicht so viel verändert, aber blickt man auf die Fotos darüber, kann man doch eine Veränderung sehen. 

Weiter Farbe auftragen und mit den Farben eigene Motive ausarbeiten.

 

Man kann Farbe pastös auftragen, wäscht dann mit einem etwas nasseren Pinsel Strukturen aus, geht mit einem trockeneren Pinsel hinterher, um die ausgewaschene Fläche weiter zu betonen. Auch können jetzt wieder mit dem Pinsel-Ende Strukturen oder auch nur Striche durch die Farbe gekratzt werden, dem Künstler sind hier keine Grenzen gesetzt, das Material macht alles mit. Möchte man aber ein fertiges Bild haben, sollte man nun als Abschluss gezielt für einen eigenen Entwurf bzw. eigenes Bild konkret den Entwurf ausarbeiten und beenden.  

 

Anschließend sollte wieder fixiert werden.

Und hier oben nun sind die fertigen Bilder, die mit Aquarellfarben auf Folie entstanden sind, zu sehen! Es hat nach anfänglichen Tests und Experimenten wirklich Spaß gemacht, die Farbe auf dem Wasser krabbeln zu sehen und zuzusehen, was sie weiter macht, um die eigene Phantasie anzuregen.

 

Wer gerne einmal etwas Neues ausprobieren möchte, sollte es ruhig tun. Die Folie ist erschwinglich und solch eine Erfahrung bringt neue Werte und neuen Schwung in die eigentlich bekannte Aquarell-Malerei. 

Nach einiger Zeit kamen noch neue Folienbilder hinzu, die Neugier ließ die Künstlerin einfach nicht los. Auch heute noch liegen Entwürfe da, die nur noch auf eine Bearbeitung warten. 

 

Die Kunstwerke, die Sie hier unten sehen, sind teilweise noch zu erwerben. Bei Interesse drücken Sie bitte auf das Bild, merken sich die angegebene Nummer und senden der Künstlerin eine kurze Mail zur weiteren Bearbeitung.

Aquarelle auf Folie im Postkarten-Format

Aquarelle auf Folie im Lesezeichen-Format

 

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Sollten Sie an einem der Bilder interessiert sein, zum Beispiel für ein Smartphone-Cover, so nehmen Sie bitte Kontakt mit mir auf. 

 

Note

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If you are interested in one of the pictures, for example for a smartphone cover, please contact me.

 

© 2017 Ulla M. Neuhaus

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